Der „Neue Friedhof“ Untertürkheim wurde ab 1902 gebaut und am 24.12.1905 eingeweiht, kurz nach de Vereinigung Untertürkheims mit Stuttgart.
Nachdem Pfarrer Seybold wiederholt vergeblich darum petioniert hatte, wurde dann doch von der Stadt ein Leichenhaus mit Versammlungsraum hergestellt, aber gemäß der freidenkerischen Mehrheit des damaligen Stuttgarter Gemeinderats ohne irgendwelche christlichen Embleme, wie es auch nicht gestattet wurde, einen Bibelspruch über dem Eingangsportal anzubringen.
Der neue Untertürkheimer Friedhof
zwischen Gehrenwald-, Göggelbach-
und Württembergstraße wurde in den Jahren 1902 bis 1904
angelegt und ist nach der Eingemeindung Untertürkheims zu Stuttgart
am 24. Dezember 1905 eröffnet worden.
Die Friedhofskapelle mit
neoromanischen Stilelementen und einigen Nebenräumen kam im
Jahr 1907 hinzu. Entworfen wurde sie von Albert Pantle (1859-1921),
einem jener Architekten, die mit zahlreichen Projekten das Stadtbild
Stuttgarts nachhaltig geprägt haben. Unter anderem stammen die
Lindenschule in Untertürkheim und die frühere Kleinkinderschule
in der Nebelhornstraße, heute eine Außenstelle der Wilhelmsschule,
sowie viele weitere Schulgebäude von ihm, ebenso das Bürgerhospital
und das Verwaltungsgebäude des einstigen Schlachthofs in Gaisburg
von ihm. Mit eines seiner bekanntesten Werke sind die Gebäude
des Waldfriedhofs, wo sich Pantles Grab befindet.
Die Friedhofskapelle, geplant vom städtischen Architekten Albert Pantle, wurde 1907 in Betrieb genommen. Die Kapelle verwendet historistische Stilelemente der Neoromanik und steht unter Denkmalschutz. Der Friedhof ist circa 4,2 Hektar groß und hat etwa 4.000 Grabstätten, darunter seit 2014 auch Baumgräber.
Das „Mahnmal für die Widerstandsgruppe Schlotterbeck“ aus der Zeit des Nati.onalsozialismus befindet sich Im Friedhof. Um den großen Stein von 1949 mit dem Grab von Hermann Schlotterbeck sind zehn kleine Gedenkplatten gruppiert mit den Namen der Opfer der Widerstandsgruppe: Gotthilf Schlotterbeck, Maria Schlotterbeck, Gertrud Lutz geb. Schlotterbeck, Erich Heinser, Else Himmelheber, Emil GärBner, Sofie Klenk geb. Wimmer, Emmy Seitz geb. Ramin, Theodor Seitz und Hermann Seitz.
Hermann Schlotterbeck 1919-1945
Sie haben einen guten Kampf gekämpft.
Sie haben den Lauf vollendet .
Sie haben den Glauben gehalten.